Kameraden

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Wir schreiben das Jahr 1917 und befinden uns im dritten Winter seitdem der Krieg begonnen hat. Das zaristische Russland steht kurz vor dem Kollaps . Die Bevölkerung beginnt sich aufzulehnen, da die eigenen militärischen Truppen in der Defensive kämpfen und die Repressionen der Obrigkeit immer weiter zunehmen. Die Zeichen der Zeit stehen auf Revolution. In dieser grausamen Zeit verliebt sich der heldenhafte Soldat Wolodja in eine schöne und unbekannte Frau. In den Wirren der Revolution verliert er sie jedoch aus den Augen. Niemand geringeres als Josef Stalin erkennt jedoch um wen es sich bei der schönen Unbekannten handelt: es ist Anastasia, die jüngste Tochter des Zaren. Stalin ist bereit dieses Wissen skrupellos auszunutzen und verwendet das junge Paar für seine eigenen Zwecke.

Auch wenn ich viel zu oft im Mainstream unterwegs bin, stoße ich hin und wieder auf Comics, die nicht weiter entgegen meiner Lesegewohnheiten sein können. Kameraden ist wieder so ein Fall und erzählt eine Liebesgeschichte in den politischen Irrungen einer Revolution und wird verpackt in viele geschichtliche Wahrheiten. Das ist durchweg spannend erzählt, hat am Ende aber doch mit der ein oder anderen trockenen Länge zu kämpfen. Thematisch Interessierte dürfte das zwar nicht stören, doch man sollte durchaus ein gewisses Maß an geschichtlichem Interesse mitbringen, ansonsten wirkt der Comic schnell etwas dröge.

Zeichnerisch ist von diesen Schwächen aber zum Glück nichts zu merken. Die Figuren sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und auch wenn es manchmal etwas unübersichtlich wird kann man sich in den schönen Panel schnell verlieren. Hervorzuheben ist hier auch wieder das großartige Hardcover von Splitter, die jedes Mal aufs Neue mit einer wunderbaren Verarbeitung glänzen können.

reumeiers letzte Worte

Eine Liebesgeschichte in Form eines Comics und einer geschichtlich relativ akkuraten Welt (zumindest so akkurat, das ich mir als Geschichts-Null überlegen musste ob dies nun eine wahre Begebenheit ist oder nicht). Das klingt faszinierend? Ist es auch und wer sich mit der, thematisch bedingten trockenen Art, des Comics anfreunden kann, bekommt ganz klar einen Comic der nicht alltäglich ist. Leute die immer mal wieder abseits vom Mainstream auf der Suche nach neuen Comics sind, werden bei Splitter eh oft fündig. Mir persönlich hat die trockene Erzählung, gepaart mit meinem fehlenden Wissen der Geschichte dann am Ende aber leider ein kleiner Stein im Weg gelegt. Das ändert aber nichts an der gelungenen Qualität der Erzählung und besonders an der Qualität der Zeichnungen. Eine komplette Kaufempfehlung kann ich daher nicht aussprechen, Leute die aber auf der Suche nach neuem Futter in dieser Richtung sind machen aber nichts falsch mit Kameraden.

Zum Schluss noch ein riesen Dankeschön an die Jungs und Mädels von Splitter, die mir diesen Band als Rezensionsmuster zugesendet haben.

Allgemeine Angaben

Verlag: Splitter

Autor: Benoît Abtey, Jean-Baptiste Dusséaux

Zeichner: Mayalen Goust

Preis: 24,80 €

Seiten: 168

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3 Gedanken zu “Kameraden

  1. Ich empfand die Zeichnungen nicht als Detailreich. Ganz im Gegenteil oft wurde nur gekrakelt, was für einen Bande Dessinée nichts ungewöhnliches ist.

    Ob und was von dem Teil der Geschichte der Wahrheit entspricht, hat man gut im Ende verschleiert.

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      1. reumeier

        Ich glaube ich meinte die Gesicher 😅 bin mir da grade nicht mehr sicher (Review ist schon was älter, habe immer so 3-4 Reviews in der Hinterhand)

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