Logan-The Wolverine Film Review

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Es ist das Jahr 2029 und der Zeitpunkt an dem das letzte Mal ein Mutant geboren wurde liegt bereits 25 Jahre zurück. Als einer der wenigen verbleibenden und überlebenden Mutanten schlägt sich Logan an der Seite des Mutanten Albino Caliban und seinem Mentor Charles Xavier als Chauffeur durch das härter gewordene Leben. Die Selbstheilungskräfte von Logan funktionieren nicht mehr richtig und somit setzt auch bei ihm ein Alterungsprozess sein. Xavier, der mittlerweile über 90 Jahre alt wurde, ist einer degenerativen Gehirnerkrankung zum Opfer gefallen, was bei ihm gefährliche Anfälle auslöst während denen er keine Kontrolle über seine Kräfte mehr besitzt und für alle im näheren Umfeld zur tödlichen Gefahr wird. Als Logan durch einen Auftrag zu der jungen Mutantin Laura geführt wird, will Logan erst einmal nichts davon wissen und weist das Mädchen ab. Als er jedoch erkennt, dass Laura mit recht ähnlichen Fähigkeiten wie er selbst ausgestattet wurde erkennt Logan, dass Laura, wie Logan selbst früher, von finsteren Mächten erschaffen und verfolgt wird. Um sie in Sicherheit zu bringen reist er mit Laura und Xavier durchs ganze Land. Doch die Reavers, mechanisch verbesserte Menschen, sind ihnen dabei dicht auf den Fersen und richten ein Blutbad nach dem anderen an.

Ich habe es endlich geschafft und hab die Zeit gefunden in Logan zu gehen. Im Vorfeld betrachtete ich den Film mit eher gemischten Gefühlen. Der erste Wolverine war leider Schrott und der zweite war gerade Mal nur ok. Die X-Men Filme im allgemeinen hatten sich in letzter Zeit eher weniger mit Ruhm bekleckert und in Comics wurde ich der Figur Wolverine langsam überdrüssig. Als ich jedoch hörte das der Stil des Films sich an dem Comic Old Man Logan orientieren sollte (nochmal für alle Schreihälse da draußen langsam und zum Mitschreiben: Es sollte sich NUR am Stil orientiert werden) und ich die ersten Trailer zu Gesicht bekam, war die Vorfreude riesig. Nicht nur aufgrund des Films und des verdienten Abschlusses der Figur, sondern eher auch weil eine meiner absoluten Lieblingsmutanten endlich ihren Weg ins Filmuniversum schafft. Laura (aka. X-23) stellte sich letztlich auch als eines der Highlights des Films heraus.

Aber nicht nur die Darstellung von Laura funktioniert. Auch ihre Kräfte und die Kämpfe werden kompromisslos gezeigt und damit hätten wir direkt die nächste Stärke des Films. Beflügelt vom Erfolg Deadpools durfte auch Logan mit einem R-Rating ins Kino starten. Das Ergebnis? Der erste Film der dem Helden Wolverine auch wirklich gerecht wird. Doch der Härtegrad ist nicht das einzige Merkmal, welches die Filme bisher nicht ordentlich rüber gebracht hatten. Logan ist eine kaputte Figur, er ist emotional beschädigt, zerstört und will nicht mehr weitermachen. Der Film bringt diese Muster gekonnt auf die Leinwand. Die Vater-Tochter Beziehung die entsteht „heilt“ den Mutanten, wie es früher nur seine Selbstheilungskräfte konnten. Am Ende des Films blieben meine Augen nicht trocken und bevor ich nun zu den wenigen negativ Punkten komme, die der Film in meinen Augen hat, noch  ein paar letzte lobende Worte.

Was mit den anderen Mutanten passiert ist bleibt ein Mysterium und wird immer wieder angeschnitten. Auch wenn es zum Ende hin mehr oder weniger bestätigt wird, lässt es jedoch immer noch Interpretationsspielraum. Und einen Kniff wie im Old Man Logan Comic (sollte am Besten jeder selbst lesen) wäre für den Film vermutlich etwas zu heftig gewesen, hätte ich jedoch auch gerne gesehen. Im Vergleich zu anderen Superhelden Spektakeln ist Logan angenehm zurückhaltend. Die Action ist kurz, hart und schnell wieder vorbei. Das Hauptaugenmerk des Filmes sind seine Charaktere und deren Reise. Der Roadtrip ist schön choreographiert und den Figuren dabei zuzusehen wie sie sich näher kommen ist herzerwärmend.

Der Ton des Films ist angemessen düster und dreckig und neigt zu einer gewissen Schwermütigkeit. Die Charaktere sind wunderbar ausgeschrieben und auch wenn der Antagonist erneut nicht gut geschrieben ist, wird er wunderbar böse „sympathisch“ gespielt. Doch mit der Schwermütigkeit bekommt der Film im Mittelteil leider ein paar Probleme. Der Roadtrip der Charaktere nimmt sich Zeit für die Figuren, doch in der Mitte des Filmes wird etwas zu viel Zeit damit aufgewendet eine Gruppe neuer Figuren einzuführen. Diese Zeit hat dann am Ende leider gefehlt um die Vater-Tochter Beziehung von Logan und Laura perfekt abzurunden. Dadurch fühlt sich der Mittelteil etwas zu lange und das Ende (nicht das Finale) etwas zu überhastet an. Die Zeit im Mittelteil hätte man besser nutzen können vor allem in Hinblick darauf, dass auch am Ende noch neue Figuren eingeführt werden, von denen ich liebend gern auch noch mehr erfahren hätte.

Aber wer zum Teufel gab dem Film bitte eine Freigabe ab 16 Jahren? Der Film wäre im Ab 18 Bereich eindeutig besser aufgehoben und würde sogar dort nicht zu den harmloseren Werken zählen. Nichts desto trotz bin ich natürlich froh, dass der Film ungeschnitten in Deutschland erschienen ist. Ab 16 Jahren empfinde ich den Film nur leider nicht geeignet.

reumeiers letzte Worte

Ich habe mitgefiebert, geweint und war von Glück erfüllt. Logan schafft es mir den emotionalsten und gleichzeitig brutalsten Wolverine Film zu geben, den man eigentlich schon seit dem ersten Film haben wollte. Hugh Jackman, der schon immer die perfekte Besetzung für Wolverine war, hat es geschafft sich hiermit ein Denkmal zu setzen. Der Film ist nicht nur der beste Wolverine Film und nicht nur der beste X-Men Film sondern viel eher die beste Comic Verfilmung der letzten Jahre. Wenn nicht sogar überhaupt. Danke Hugh Jackman. Du warst die perfekte Besetzung für eine Figur, die in den Filmen jedoch nicht immer richtig behandelt wurde.

Wer noch mehr zu dem Film hören will, der sollte sich schonmal den Podcast Paperback anschauen. Voraussichtlich nächste Woche wird dort eine kleine Sonderepisode zu Logan erscheinen und mit Matze von den Podcasts Welle Nerdpol und Matzes Kinowoche einen kompetenten Gast bieten.

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2 Gedanken zu “Logan-The Wolverine Film Review

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