Harry Potter und das verwunschene Kind

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Neunzehn Jahre sind seit dem Triumph über den dunklen Lord Voldemort vergangen und der Zaubererwelt geht es gut. Es war eigentlich nie leicht Harry Potter zu sein und obwohl die Bedrohung des dunklen Lords vernichtet wurde, ist sein Leben als Ehemann, überarbeitetem Leiter der Abteilung für magischen Strafverfolgung und Vater von drei Schulkindern nicht leichter geworden. Seine Vergangenheit holt ihn jedoch immer noch ein und er wird erneut von schlimmen Albträumen geplagt. Sein Sohn, Albus Severus Potter, ist Zentrum dieser Träume und die Versuche von Harry zu ihm vorzudringen scheitern kläglich. Albus kämpft mit dem Vermächtnis seiner Familie und fühlt sich wie ein Ausgestoßener. Als einziger Potter in Slytherin ist sein Leben nicht einfach und auch sonst scheint ihm alles zu misslingen. In seiner Freundschaft zu Scorpius Malfoy findet er zwar Trost, doch auch dies scheint seinem Vater zu missfallen. Als Albus die Fähigkeit die Vergangenheit zu ändern in den Schoß fällt, versucht er alte Fehler wieder gut zu machen. Dabei macht er es jedoch nur immer schlimmer und er und sein Vater müssen merken, dass die Dunkelheit nicht immer von dort kommt, von wo man sie erwartet.

Das war sie also, die fast schon berüchtigte achte Geschichte von Harry Potter. Ich schreibe extra Geschichte, denn ein Roman ist „Das verwunschene Kind“ leider nicht geworden. Die Geschichte wurde als Theaterstück realisiert und was wir nun als Buch in unseren Händen halten, ist das dazugehörige Skript. Das bedeutet dies ist ein Drehbuch und kein Roman und wir müssen uns an Regieanweisungen (er schaute besorgt) und Szenen Beschreibungen (die Bühne dreht sich vor den Augen der Zuschauer) anfreunden. Die Geschichte selbst ist sonst ausschließlich mit Dialogen erzählt und das war für mich einer der Knackpunkte, weswegen ich das Buch erst so spät gelesen habe. Hinzu kommt, dass die Qualität der Geschichte auf einer Ebene mit einer besseren Fan-Fiction schweben sollte und deshalb hatte ich für mich beschlossen, dass Buch zu ignorieren. Dann kam der Film „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ und auch wenn dieser mich nicht vollkommen zufriedenstellen konnte, merkte ich jedoch, dass mein Hunger nach der Welt von Harry Potter noch lange nicht gestillt wurde. Dann war ich Gast im Podcast „Kleines Gespräch“ in dem ich mit Gastgeber Pascal und Mitgast Caro (vom Runaways/Pixelfrauen Podcast und vom Time and Tea/ EST-Blog) über den Film geredet habe (Link zur Folge) und Caro hat mir das Buch am Ende doch ans Herz gelegt. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe das neue Harry Potter Buch „Harry Potter und das verwunschene Kind“ gelesen und wie es mir gefallen hat, lest ihr hier.

Meine Bedenken wegen des Theaterstücks verflogen beim Lesen recht schnell. Die Dialoge sind bis auf wenige Ausnahmen gut und griffig geschrieben und auch die Charaktere sind, bis auf Ron (leider ein Totalausfall) extrem gut getroffen. Ich wollte mir mit dem Buch eigentlich so viel Zeit wie möglich lassen, doch dann sind zwei Lese-Intervalle vorbei und das Buch liegt abgeschlossen vor mir. Das hat nicht nur den Grund, dass aufgrund des Theaterstück-Aufbaus das Buch recht dünn daher kommt. Die Geschichte die erzählt wird ist einfach spannend erzählt und, auch wenn sich das Buch ruhig 100-200 Seiten mehr Zeit hätte lassen können, wirkt die Geschichte weder überhastet noch unnötig verkürzt.

Die erste Hürde ist also überwunden und das Theater Skript ist akzeptiert, doch was ist nun mit dem zweiten genannten Punkt? Auch hier kann ich (also wirklich nur ich, denn hier wird vermutlich jeder seine eigene Meinung haben) eine Entwarnung geben. Durch die vielen „Was wäre wenn?“ Momente der Handlung fühlt es sich zwar wirklich etwas nach Fan-Fiction an, doch das wird so schlüssig im Verlauf der Handlung gelöst und ich hatte mit der Geschichte schnell meinen Spaß. Zeitreise Geschichten neigen zwar immer etwas dazu löchrig zu werden wenn man zuviel darüber nachdenkt, doch das macht mir nicht wirklich etwas aus.

reumeiers letzte Worte

Ich hatte unglaublich viel Spaß mit dem Buch und war am Ende erneut zu Tränen gerührt. Harry Potter ist ein ganz großer Teil meiner Kindheit und ein wenig könnte ich mich dafür hassen, dass ich dem Buch erst keine Chance geben wollte. Das Buch erzählt erneut von einer Reise und vom entdecken der Freundschaft und streut noch neue Themen, wie das Eltern-Sein oder das Erhalten der Ehe, in den Harry Potter Kosmos. Ein kleiner neuer Blickwinkel, der mir von der ersten bis zur letzten Seite durchgängig gefallen hat. Harry Potter Fans, die offen für neue Geschichten sind, sollten sich auf jeden Fall an das Buch heranwagen. Ich werde jetzt vermutlich wieder mit den alten Harry Potter Büchern starten, denn mein Hunger nach dem Universum ist nur wieder größer geworden.

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2 Gedanken zu “Harry Potter und das verwunschene Kind

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