Rogue One: A Star Wars Story Review

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Das Imperium regiert die Galaxie und herrscht überall mit harter Hand über die Bevölkerung. Da jedoch eine Rebellion im Untergrund wächst, pocht das Imperium darauf ihre neue Geheimwaffe in den Einsatz zu bringen und damit die Rebellion zu vernichten. Jyn Erso, deren Vater maßgeblich am Bau des Todessterns beteiligt ist, führt ein Leben in den Schatten. Sie sitzt in einem imperialen Arbeitslager fest und wird daraufhin von den Rebellen befreit. Jyns Verbindung zu der neuen Geheimwaffe macht sie unverzichtbar für die Rebellion und sie schart eine Truppe um sich, um die Pläne des Todessterns zu stehlen. Der imperiale Militärdirektor Krennic setzt währenddessen alles daran den Bau des Todessterns abzuschließen um in der Gunst des Imperators zu steigen.

Was sind die Erwartungen an ein Spin-Off der größten Marke aller Zeiten? Schaffen es die Mache dem Universum einen neuen Touch zu geben, oder gibt es am Ende nur mehr vom Alten? Verzetteln sich die Macher in Unstimmigkeiten oder schafft man es, dass der Film am Ende wie aus einem Guss wirkt? Fragen über Fragen, die man sich im Vorfeld stellte als es hieß, dass zwischen den neuen Star Wars Episoden auch Spin-Offs in der Entwicklung sind. Und nun habe ich den Film auch endlich gesehen und kann mir selbst ein Bild davon machen.

Die wichtigste Frage, die man sich stellen muss ist, ob der Film zuallererst ein guter Star Wars ist. Diese Frage kann man bedenkenlos mit einem ja beantworten, sollte man ein Star Wars Fan sein. Für Außenstehende hat der Film ein paar größere Probleme. Zwar wissen diese nicht wie der Film ausgehen wird und Fans der Reihe schon, doch der Film ist durch ein etwas zu schwaches Pacing in seinem Mittelteil geplagt. Aufgelockert wird dies durch recht viel Fanservice, der bei nicht Star Wars Fans eben nicht zünden kann.

Aber auch für Fans hat der Film so seine Probleme. Das Pacing im Mittelteil habe ich ja schon angesprochen und dazu kommt eine äußerst schwache Zeichnung der Figuren. Durch die Bank weg will man von jeder Figur mehr erfahren und am Ende des Films bleiben alle flach und auch auf eine gewisse Weise egal. Das ist besonders schade, da das Finale (ich spoiler es jetzt nicht, es sollte aber jedem eigentlich klar sein) so seine emotionale Wirkung einfach nicht voll entfalten kann. Einzig der Droide K-2SO, der für die Comedy Momente des Films zuständig ist, wächst einem schnell ans Herz.

Warum ist der Film trotz dieser Fehler (die für die einen mehr und für die anderen weniger ins Gewicht fallen) ein für mich guter Film? Ich könnte jetzt schreiben: Da ich ein Star Wars Fanboy bin und alles liebe wo dieser Name draufsteht! Das wäre jedoch nicht wirklich förderlich und würde auch keinem weiterhelfen. Was macht den Film nun in den Augen eines Fans so besonders, dass man ihm die augenscheinlichen Schwächen auch verzeihen kann?

Der offensichtlichste Punkt wäre zuallererst der Fanservice. Als Fan (das liegt ja schon in der Bedeutung des Wortes Fanservice) fallen einem die vielen eingespielten Kleinigkeiten sofort auf. Das sind Dinge wie kurze Auftritte von Personen oder Droiden aus anderen Filmen, aber auch größere Sachen. Ein kleiner Punkt, der mich an Episode IV schon immer gestört hat wird aufgegriffen und erklärt. Das ist der für mich wichtigste Punkt des Films und hat dem Film von daher sofort Sympathiepunkte eingebracht. Aber dieser Punkt allein macht ja noch keinen guten Film aus.

Die Technik, die Bildsprache und der Soundtrack (der diesmal nicht von John Williams sondern von Michael Giacchino stammt) sind großartig. Die Finale halbe Stunde gehört zu dem Eindrucksvollsten, was man bisher im Star Wars Universum gesehen hat und vom allgemeinen Look und von der Machart her ist der Film sogar dem (für mich großartigen) Episode VII überlegen.

Der Film hat es geschafft einen anderen Blickwinkel ins Universum zu bieten und macht dies auf eine andere Art und Weise. In den Star Wars Episoden standen immer die wenigen handelnden Figuren im Vordergrund. Durch die größere Anzahl an Figuren war es klar, dass die Figuren im Endprodukt flacher ausfallen werden. Der Film schafft es jedoch abseits der Figuren dem Universum einfach mehr Tiefe zu geben. Wir erleben eben eine kleine Geschichte abseits des breitgetretenen Weges, entdecken neue Planeten und sehen den Krieg in Star Wars zum ersten Mal richtig und in voller Härte. Es ist der erste Star Wars Film, den man nicht bedenkenlos mit einem 12-jährigen anschauen kann und das, obwohl es hieß die Nachdrehs sollten den Film familientauglicher machen. Wenn man die Trailer Szenen mit dem fertigen Produkt vergleicht entdeckt man, dass viele Szenen aus den Trailern nicht im Film enthalten sind. Das betrifft vor allem das Finale (das zu den besten Szenen des Filmes gehört). Im Mittelteil wären mir einige Änderungen etwas lieber gewesen,  mit dem fertigen Produkt bin ich dann aber eben doch zufrieden.

Das neue expanded Universe ist also durchaus gut gestartet und ich hoffe, dass dies ein Zeichen ist, das man bei Disney weiß was man tut. Mit Episode VII hat man bereits gezeigt das man einen typischen (für manche aber zu typischen) Star Wars auf die Beine stellen kann. Mit Rogue One zeigen sie nun, dass sie es auch schaffen einen anderen Film zu zeigen, der aber dennoch voll mit dem typischen Star Wars Feeling steckt. Und ist es nicht genau das, was wir alle wollten? (Ich will ein Spin-Off über Chirrut und Base!!)

reumeiers letzte Worte

Fassen wir es doch noch einmal zusammen: Zu blasse Figuren und eine vorhersehbare Geschichte (es war eben vorher klar was passiert) begegnen sich mit einem grandiosen Soundtrack, viel Fanservice und großartiger Star Wars Action (die auch ohne Lichtschwerter funktioniert, man soll es kaum glauben). Der Film hat also seine Probleme und bietet doch gutes bis sehr gutes Star Wars Futter. Der Beginn war optisch eindrucksvoll, bis es dann aber ins Finale geht leidet der Film unter etwas schwachem Pacing. Der Film schafft es dennoch dem Star Wars Universum einen neuen Schliff und einen neuen Blickwinkel zu geben. Er schafft also genau das, was ich mir von ihm erwartet habe und beweist sogar am Ende Mut, schafft es aber nicht eine emotionale Tiefe bei seinen Figuren zu erzeugen. Eines muss man dem Film aber noch positiv anrechnen: Endlich fühlt sich Star Wars wirklich nach Krieg an.

Am Ende mal wieder ein paar Fragen an euch: Wie hat er euch gefallen? Sind euch die Schwächen aufgefallen? Schreibts hier oder bei Facebook in die Kommentare oder twittert mich einfach an.

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4 Gedanken zu “Rogue One: A Star Wars Story Review

  1. Sehr gute Review zum Film 😁 ich mag deine Gedankengänge👍 ich habe den Film schon gesehen und muss auch stark anmerken, dass es schade ist, dass die Charaktere so flach sind. Aber ja der Roboter ist einem tatsächlich ans Herz gewachsen – irgendwie paradox 😉

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