Weihnachtsspecial – Gremlins- Kleine Monster Gastbeitrag von NerdNerdNerd

gremlins-poster

Heute kommt der gute NerdNerdNerd (Twitter) an die Reihe. Er ist nicht nur ein kleiner Diskutierbär, sondern auch mein Nerd-Meister (zumindest nennt er mich seinen Nerdawan). Doch auch als Podcaster macht der Nerd eine gute Figur.

Weihnachten ist für mich erst dann vollkommen, wenn ich mindestens ein Mal die Gremlins-Filme von Joe Dante gesehen habe. Das hat vor allem damit zu tun, dass diese Filme vorrangig an Weihnachten gezeigt werden, spielt der erste der beiden Teile doch zur Weihnachtszeit. Und da die TV-Sender die Feiertage mit möglichst viel Programm füllen wollen, das kein Geld kostet, werden beide Teile eben meist direkt nacheinander gezeigt. Aber von Anfang an.

In der besinnlichen Kleinstadt Kingston Falls lebt der junge Billy Peltzer. Die biestige Nachbarin macht der Familie Probleme, sein Auto springt nicht an und auch in seinem Job in der örtlichen Bank läuft es nicht besonders gut. Bis ihm sein Vater Randall, ein gescheiterter Erfinder, ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk mitbringt, das er in einem kleinen Kuriositätenladen in China Town gekauft hat: den Mogwai Gizmo. Zusammen mit dem kleinen Fellwesen wurden ihm aber auch noch 3 Regeln mitgegeben: Gizmo mag kein grelles Licht, darf nicht nass werden und schon gar nicht nach Mitternacht gefüttert werden. So wird Gizmo in die Familie aufgenommen. Und es kommt, wie es kommen musste. In einem unachtsamen Moment kommt Gizmo mit Wasser in Berührung und zu Billys und dessen Kumpel (gespielt von Corey Feldman) Schrecken vervielfältigt er sich. Plötzlich haben es die Meltzers mit viel mehr Mogwais zu tun, die alle weniger freundlich und lieb sind, als Gizmo. Sie verursachen Chaos, spucken Billy ins Gesicht und ärgern den Hund. Und obwohl Billy ihnen das Essen nach Mitternacht verwehrt, manipulieren die anderen Mogwais die Uhr und verwandeln sich nach dem Snack in die monströsen Gremlins. Ziemlich schnell verändert sich die beschauliche Weihnachtsstimmung in ein ziemliches Chaos, als die Gremlins sich weiter multiplizieren und die Kleinstadt überrennen.

Dabei bedient sich der Film mit den Gremlins einem im frühen 20. Jahrhundert etablierten Fabelwesen. Amerikanische Flieger im ersten und zweiten Weltkrieg erklärten sich die Fehler in ihren Flugzeugen damit, dass kleine Wesen ihre Maschinen zerstörten. Ihr Aussehen verdanken sie im Übrigen Roald Dahl, dem Autoren, der Geschichten wie „Charly und die Schokoladenfabrik“ oder „Der fantastische Mr. Fox“ schrieb. Zusammen mit Disney gab er ein kleines Bilderbuch heraus, in dem die Gremlins große Knubbelnasen hatten und noch wie Schlümpfe in kleinen Dörfern im Wald lebten. Und auch in einer handvoll Bugs Bunny Cartoons (einer davon skurrilerweise mit Adolf Hitler) sahen sie noch so aus. Das monströse Aussehen wurde erst in einer Episode der Twilight Zone eingeführt, in der William Shattner (ja, DER William Shattner) beobachtet, wie ein Gremlin auf dem Flügel eines Flugzeugs sein Unwesen treibt. Diese Episode wurde später auch in einer Treehouse of Horror Folge der Simpsons parodiert.

Und genau dieses manipulierende Element greifen beide Gremlins-Filme auf. Besonders im zweiten, in dem die kleinen Monster ein riesiges, vollautomatisches Hochhaus stürmen, wird dies deutlich. Die Gremlins reißen Kabel aus den Wänden oder Schaltkästen und stören Fernsehsendungen. Auch die Erfindungen von Billys Vater scheinen allesamt nicht zu funktionieren und der etwas verwirrte Nachbar und Kriegsveteran Futterman schiebt bereits weit vor dem Ausbruch der Monster technische Fehlfunktionen darauf, dass die Japaner bei der Konstruktion kleine Gremlins in die Gerätschaften hinein getan hätten.

Gremlins geht als waschechter Horror-Film durch. So liefert sich Billys Mutter eine blutige Schlacht mit den ersten Gremlins in der Küche, was vor allem damit endet, dass eines der Monster in der Mikrowelle landet und explodiert. Und auch im weiteren Verlauf gibt es teils abstruse Gewaltszenen, beispielsweise wenn die biestige Nachbarin mit ihrem Treppenlift aus dem Haus geschleudert wird. Allerdings passiert diese Gewalt auf eine sehr cartoonige Art und Weise. Die Gremlins lachen und kichern und jede Aktion der tödlichen Monster wird mit lustigen Geräuschen unterlegt. Das ändert aber nichts an der 16er Freigabe, die der erste Film definitiv verdient hat. Der zweite Teil legt mehr Wert auf verrückte Comedy-Elemente und hat dadurch eine Freigabe ab 12. Genau diese Kombination aus Cartoon-Gewalt, Comedy-Elementen und den klassischen Horrortropes macht für mich den Reiz dieser Filme aus. Und durch das Weihnachtssetting des ersten Teils sind die beiden Filme über die Jahrzehnte zu einer liebgewonnenen Tradition geworden.

Immer wieder blitzen Gerüchte über eine weitere Fortsetzungen der Reihe auf, was in Zeiten von Remakes und sinnlosen Sequels und Prequels auch kein Wunder ist. Zwar stammen die Gremlins aus den Werkstätten des Puppen-Gotts Jim Henson. Optisch sind die Filme – so zeitlos sie für mich auch sein mögen – aber nicht besonders gut gealtert. Ich finde allerdings, dass die Reihe so wie sie ist für sich steht und es keinen weiteren Kinofilm mit dem Monstern braucht. Moderne CGI-Effekte hin oder her.

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Ein Gedanke zu “Weihnachtsspecial – Gremlins- Kleine Monster Gastbeitrag von NerdNerdNerd

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