Meine Top Comics 2016 / ComFed – Projekt Nr. 2 – Woche 2!

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• Die zweite Woche befasst sich thematisch mit unseren besten Comic-Geschichten. Auch hier ist egal, wann der Comic erschienen ist, es geht nur um die Werke, die wir tatsächlich 2016 gelesen haben. Die Reihenfolge findet ihr im Folgenden.
Montag: ComicIn
Dienstag: Reumeiers dies & das
Mittwoch: MaBuGus Comickiste
Donnerstag: Team Comicsfan86
Freitag: Captain Comix
Samstag: Marvel Blog Deutschland

Also dann fangen wir ohne größere Umschweife doch einfach mal an.

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Die 80er sind wieder da. Wer in diesem Jahr Stranger Things auf Netflix gemocht hat und nach ähnlichem Material sucht, der sollte sich den Comic Paper Girls mal genauer ansehen.

Es ist ein besonderer Morgen für Erin. Es ist nicht nur der Morgen nach Halloween, sondern auch ihr erste Tag als Auslieferin von Zeitungen. Sie macht Bekanntschaft mit drei anderen „Paper Girls“ und begleitet Mac, Tiffany und T.J. auf deren tägliche Runde. Als eins der Mädchen überfallen und bestohlen wird, machen sie sich auf die Suche nach den Tätern. In einem einsamen Haus finden sie dabei im Keller eine mysteriöse Maschine und als sie diese aktivieren, beginnt das Abenteuer.

Dinosaurier? Aliens? Mutanten? Zeitreisende? Paper Girls erzählt eine Science Fiction Geschichte in den 80ern. Brian K. Vaughan macht das auf seine eigene charmante Art und Weise aus der Sicht von 12-jährigen Mädchen, die in die Geschehnisse geworfen werden.

Ähnlich wie eben in Stranger Things wird hier eine mysteriöse Geschichte serviert und mit jungen Protagonisten garniert, die ihren Platz im Leben eigentlich noch finden müssen. Die Mädchen müssen taff sein um morgens ihre Runden zu drehen und sich gegen andere Jugendliche oder ähnliches wehren. Auf das, was sie in dieser Geschichte erwartet, können sie aber nicht vorbereitet sein. Das wäre niemand.

Eigentlich mag ich ja keine Science Fiction Geschichten, Geschichten wie Paper Girls liebe ich aber jedoch. Wie auch eben bei Stranger Things wird genau mein richtiger Nerve getroffen und das angepeilte Zeitalter passend dargestellt. Die Atmosphäre des Comics ist unglaublich.

Dies liegt natürlich vor allem an den grandiosen Zeichnungen. Die Charaktere sind toll dargestellt und der gesamte Zeichenstil ist einfach extrem schön. Schwächen sehe ich aber in der Darstellung der Gesichter, die sobald sie einmal im Hintergrund sind, viele Emotionen verliert und nur noch aufs nötigste runtergeschraubt ist.

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Stellvertretend für viele gelungene Neuausrichtungen aus dem „Soft-Reboot“ des Marvel Universums (ein richtiger Reboot wäre vermutlich mal besser) stelle ich euch nun die neue Wolverine vor.

Wolverine ist tot, lang lebe Wolverine. Nach dem Tod von Logan ist im Marvel Universum unter den Feinden und Verbündeten von Logan ein Wettstreit ausgebrochen. Wer soll der neue Wolverine sein? Denn eins ist sicher, die Welt braucht Wolverine. Die Gewinnerin ist X-23, oder mit richtigem Namen Laura Kinney und sie wurde damit die Nachfolgerin ihrer Vaterfigur Wolverine. Doch nicht nur das, als Klon von Wolverine hat sie auch Krallen und einen Heilfaktor im Gepäck und ähnlich wie Wolverine damals wurde sie nur zu einem Zweck erschaffen: dem Töten.

Laura, die neue Wolverine versucht die Beste zu sein, in dem was sie kann. Durch Training und ihren „Vater“ Logan hat sie gelernt ihren Zorn und ihren Zwang zum Töten unter Kontrolle zu halten. Als sie jedoch erfährt, dass die Firma Alchemax sie nicht nur geklont hat und ihre „Schwestern“ ebenfalls zu emotionslosen Killern erzogen hat, sondern auch einen „Schalter“ eingebaut hat um ihre Lebenserhaltung zu steuren, muss sich Laura im Zaum halten. Mit ihren Schwestern an der Seite muss sie nun versuchen den Drahtzieher hinter allem zu Rechenschaft zu ziehen und auch ihren Schwestern Moral beizubringen. Keine leichte Aufgabe wenn man bedenkt, dass sie auch noch verhindern muss, dass ihre Klone sterben. Aber ihr stehen als neuer Wolverine aber auch bekannte Gesichter zur Seite, wie Dr. Strange und die Wasp. Es gibt also einiges zu tun.

Ach was habe ich mich auf diesen Band gefreut. Ich bin einfach ein riesen Fan von neuen Geschichten, auch wenn die Neuausrichtung immer einige Internet-Menschen erzürnt. Ich liebe Miles Morales, Ms. Marvel, Falcon als Captain America und auch die neuen Iron Mans (das dauert noch bis das bei uns in Deutschland ankommt).Umso erfreuter war ich, dass mit X-23, die in meinen Augen perfekte Kandidatin erwählt wurde, um in die Fußstapfen von Logan zu treten.

Als Klon von Logan mit den selben Heilkräften und Krallen (auch an den Füßen), mit dazu noch einer ähnlichen Vergangenheit war sie einfach prädestiniert dazu irgendwann einmal Wolverine zu werden. Klar Logan wird wohl nicht ewig tot sein und mit Old Man Logan gibt es ja auch eigentlich eine aktuelle Inkarnation im neuen Marvel Universum, aber dennoch war ich auf die Neuausrichtung sehr gespannt. Denn Wolverine hatte für mich ein Problem: Der Charakter war auserzählt. Mir gaben Wolverine Comics einfach nichts mehr und ich fand sie meist sogar langweilig. Klar, an der Seite der X-Men habe ich ihn gerne gesehen, aber Solo Auftritte waren meist eher so semi-geil.

Wie schon Eingangs erwähnt, finde ich den Band einfach großartig. Das fängt bei der gut geschriebenen und perfekt zum Einstieg geeigneten Geschichte an und hört bei den tollen Charakteren und Gastauftritten auf. Leider ist einer der vorkommenden Charaktere etwas kurz gekommen. Der Taskmaster (einer meiner Lieblingsantagonisten) kommt leider im Buch etwas kurz, ich hatte mich da eher auf eine größere Auseinandersetzung gefreut.

Besonders gelungen ist auch der Zeichenstil und die Darstellung der Charaktere. Das Design der neuen Wolverine ist toll und auch alle anderen Charaktere werden wunderbar dargestellt. Die Bilder sind gut gelungen und schlechte Zeichnungen sind mir nicht aufgefallen.

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Und als nächstes eine weitere Neuausrichtung einer schon länger bekannten Heldin.

Nachdem Barbara Gordon Gotham City verlassen hat und nach Burnside , ein trendiger Außenbezirk von Gotham, gezogen ist, möchte sie ein neues Leben starten. Sie kämpft natürlich weiterhin als Batgirl gegen das Verbrechen der Stadt. In einer von Smartphones und Social Media beherrschten Welt tritt sie gegen einen Daten Dieb an, der andere mit gestohlenen Online Daten erpresst. Sie wird zum Star der Online Szene aber irgendwann wird sie von jemandem enttarnt und diese Person setzt sein Wissen gezielt gegen sie ein.

Der Neueinstieg für neue Leser (mich eingeschlossen) gelingt auch Batgirl sehr gut. Die Geschichte ist sehr gut zu verstehen und Vorwissen ist überhaupt nicht benötigt. Barbara zieht an einen neuen Ort weg von alten Problemen und hin zu neuen.

Die Geschichte dieses Band ist erfrischend und die ganzen Social Media Anspielungen genial umgesetzt. Ob jetzt hooq als Gegensatz zu Tinder oder Pixtagraph als Gegenstück zu Instagram oder ein Blitzlicht eingebaut in eine Handykamera die Gegner blendet, die Liste der guten Ideen ist lang. Die Geschichte selbst hat jedoch leider ein paar kleinere Schwächen vor allem in der Auflösung.

Die größte Stärke der neuen Serie liegt für mich in den Zeichnungen. Ich liebe den Stil, ich liebe jedes einzelne Panel. Die Figuren und Farben sind wunderbar gestaltet und das neue Kostüm ist ebenso genial. Die Zeichner Brendan Fletcher und Babs Tarr haben wirklich was wunderbares abgeliefert.

Was ich hier über den ersten Band geschrieben habe lässt sich auch nahtlos auf den zweiten übertragen (der dritte liegt bereits vor mir, nur gelesen wurde er noch nicht) und deshalb hat es die Serie auch auf meine Top-Liste geschafft.

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Was hat mich also in diesem Jahr am Meisten begeistert? Es wird vermutlich die wenigsten Leser überraschen, doch eine Heldin die ich in diesem Jahr neu entdeckt und auch lieb gewonnen habe ist die wunderbare und großartige Ms. Marvel. Die Serie begeisterte mich ab dem ersten Band, den ich im Folgenden deshalb auch beschreiben werde und diese Begeisterung hält nicht nur bis heute (durch die nachfolge Bände und Reihen) an, durch ihre tollen Gastauftritte in anderen Serien wurde diese Begeisterung auch noch gestärkt. Ganz großes Comic Kino.

Als riesen Fan von Origin Stories wurde ich in der aktuellen Comic Generation enttäuscht. Sowohl Dc mit ihrer New52 Serie, als auch Marvel mit Marvel Now hatten leider fast keine zu bieten. Zwar kam mit Nova von Marvel ein Highlight, ich würde aber gerne mehr davon sehen und mal einen frischen neuen Held. Ihr denkt ähnlich ? Dann herzlich Willkommen zu Ms. Marvel, der neusten und frischesten Marvel Heldin. Klar ihren Namen gibt es schon aber im Grunde ist sie eine neue Heldin, mit neuem Charakter, neuen Problemen und neuen Fähigkeiten.

Kamala Khan ist 16 Jahre alt. Sie ist die muslimische Tochter von pakistanischen Einwanderern und mitten in einem Selbstfindungs Prozess. Zwar respektiert sie ihre Eltern und ihre Religion, sie hasst es aber von allen anders behandelt zu werden. Ihr größter Traum ist es „normal“ zu sein. Oder auch nicht denn als riesiger Fan der Rächer und der Helden des Marvel Universums, hätte sie auch nichts lieber als Superkräfte. Und als ein mysteriöser Nebel durch die Stadt wabert sollte sich ihr Wunsch erfüllen.

Ich fand das Event Infinity damals richtig schlecht, es hat jedoch zwei der besten Geschichten der letzten Jahre hervorgebracht. Einmal Ms. Marvel und einmal Inhumans. In Infinity hat Black Bolt, der König der Inhumans eine Bombe gezündet, die den Terrigen Nebel auf die Welt losgelassen hat. Wenn dieser Nebel auf einen Menschen trifft, der das Inhuman-Gen in sich trägt, durchläuft in einem Kokon eine Terrigenese und er wird als Inhuman neu geboren. Inhumans sind, ähnlich wie Mutanten, mit den verschiedensten Fähigkeiten ausgestattet. Kamala kann nun wachsen, schrumpfen, heilen und sich in eine Person oder einen Gegenstand verwandeln.

Marvel feuert hier mit ganz großen Kalibern. Die Geschichte um die neue Heldin Kamala ist frisch, unverbraucht, großartig erzählt und bietet eine tolle Heldin. Ich kann mir vorstellen das der ein oder andere Comic Fan nicht dieser Meinung war und wütende Kommentare in die Foren geschrieben hat. (Waaaaas eine muslimische Heldin das KANN nicht sein). Ich sage ja das kann doch und es ist sogar verdammt gut, sogar so gut das ich Ms. Marvel als besten Marvel Comic  der letzten Zeit bezeichnen würde.

Kamala ist ein von Grund auf sympatischer Charakter. Sie ist ein nerdiger Teenager und weiß einfach nicht wo die Reise hingehen soll. Sie schreibt Fanfictions und spielt Videospiele, respektiert aber auch ihre Religion aber scheut sich kritische Fragen zu stellen. Eigentlich will sie einfach nur von jedem normal behandelt werden, denn sie wünscht sich von ihren etwas von der Leine gelassen zu werden aber auch von ihren Mitschülern nicht wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Mitten in diesem Prozess entdeckt sie ihre Fähigkeiten und muss erst einmal lernen diese zu kontrollieren.

Die Geschichte um die Junge Kamala ist nicht nur erzählerisch eine Wucht, die Zeichnungen stehen dem erzählerischen in nichts nach. Der Stil ist perfekt und Adrian Alphona liefert einen wundervollen künstlerischen Band ab.

 

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