„Zu viel Joker“ #BatmanWoche Gastbeitrag: DerGreenNinja

Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen. Also nicht für immer, nur von der BatmanWoche, denn die geht mit diesem Beitrag zu Ende (der zweite Band von Hush kommt nächste Woche und der Snyder/Capullo Run begleitet uns sicher auch noch etwas). Twitter Kumpane DerGreenNinja, der für das Games! Magazin schreibt, gebühren die abschließenden Worte. Ich kann jetzt erst einmal nur wieder danke sagen. Danke an alle die mitgemacht und gelesen haben und alle die weiter bei mir am Ball bleiben. Das nächste Special kommt bald, und ob es um eine Spinne oder ein paar Mutanten geht, steht noch nicht ganz fest. Aber genug meiner Worte, das hier ist schließlich ein Gastbeitrag.

Der Clown-Prinz von oh-Gott-nicht-der-schon-wieder

Alle kennen den Joker. Er ist DER Batman Antagonist schlechthin. Ein teuflischer Clown als Gegenstück zum finsteren, aber rechtschaffenden Dunklen Ritter. Die Sache ist nur, Batman hat so viele großartige Schurken und gerade in den Videospielen ruiniert der Fokus auf den Clown Prince of Crime das Potential vieler anderer Schurken.

Batman: Arkham Asylum war eines der besten Lizenz-Spiel der letzten Generation, ein wirklich großartiges Spiel in einer Zeit in der gerade Superhelden-Spiele immer schlechter wurden. Auch die englischen Synchronsprecher Kevin Conroy und Mark Hammil, die sich über Jahre hinweg in diesen Rollen in DCs Zeichentrickprogramm duelierten trugen ihren Teil dazu bei.

Asylum war vielleicht nicht die beste Batman/Joker Story aller Zeiten aber eine ziemlich gute und als 2 Jahre später Arkham City erschien waren wir alle „hyped as hell“. Wie auch schon Asylum ermöglichte das „Gefängnis“-Setting, dass Batman gegen eine Vielzahl von Schurken kämpfen konnte von denen viele einen kleinen, aber zufriedenstellenden Story Arc bekamen. Aber hier zeigte sich schon das zentrale Problem: Mit Hugo Strange als primären Antagonisten dessen „Protocol 10“ das zentrale Rätsel des Spiels war und der Enthüllung, dass in Wirklichkeit Ra’s al Ghul hinter allem steckte, hatte das Spiel eine ziemlich starke Grundstory. Wäre da nicht der Joker. Klar ist der Joker gefährlich, aber wenn Ra’s al Ghul die Bühne betritt, muss man seine Prioritäten überdenken. Stattdessen untergräbt die letzte Stunde des Spiels alle gemeisterten Gefahren ausgehend von zwei Männern, die Batmans Geheimnis entschlüsseln konnten um den Joker nochmal ins Rampenlicht zu rücken.

Man könnte das Prequel Arkham Origins aus dieser Aufzählung rauslassen, immerhin stammt es von einem anderen Entwickler und war offensichtlich mehr ein kurzer Cash-In auf den Arkham-Namen als alles andere. Aber da es genau das Gleiche Problem hat wollen wir mal nicht so sein. Das Marketing von Arkham Origins legte den Fokus sehr klar auf eine Sache: Black Mask – ein klassischer, aber nicht sehr bekannter Schurke – setzt einen Preis auf Batmans Kopf aus, der acht außerordentliche Attentäter anlockt. Einer von ihnen war sogar Bane, was leider einen der Story-Grundpfeiler dieses Charakters und etablierte Arkham-Lore ein bisschen kaputt machte. Aber auch hier musste man unbedingt noch den Joker reinquetschen, denn am Ende steckte er unter der schwarzen Schädelmaske und auf einmal kämpfe Batman gegen Clowns und fuhr Achterbahn. Das Spiel nimmt sich sogar die Zeit uns selbst für kurze Zeit den Joker steuern zu lassen in einer abridged Version seiner Entstehungsgeschichte aus The Killing Joke. (Die übrigens durch die frühe Einführung von Harley Quinn ebenfalls ein bisschen auf der Lore der anderen Spiele rumtrampelt). Der Punkt ist, zum 2. mal in einem Arkham-Spiel litt die Story darunter, dass auf Mephisto komm raus der Clown Prinz der eigentliche Antagonist sein musste.

Was uns zu Arkham Knight bringt. Endlich eine Fortsetzung in der wir uns nicht mehr mit dem Joker würden rumärgern müssen, denn der ist am Ende von City ja ziemlich sehr gestorben. Erneut haben wir einen Schurken der im Marketing am meisten präsentiert wurde: Scarecrow ist nach seinem unglücklichen Zusammenstoß mit Killer Croc in Asylum wieder aufgetaucht und sinnt nach Rache. Dabei hat er eine mysteriöse Gestalt: Der Arkham Knight hasst Batman wie die Pest und kennt alle seine Geheimnisse und Tricks. Es war seit seinem ersten Auftritt so offensichtlich, wer unter der Maske steckte, aber das ist eine andere Geschichte.

Während ein Countdown dramatisch tickt bekommt Batman von Scarecrow früh im Spiel eine dicke Ladung Super-Angstgas ab und da passiert es: er hat Visionen vom Joker. Aus dem Wahnsinn des Jokers wurde eine Blutkrankheit und auch Batman ist infiziert. Nach jedem großen Story-Moment (oder Sidequest) taucht der Joker auf und verhöhnt Batman. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis er gewinnt und Batman zu seinem schlimmsten Feind wird. Batman redet mit niemandem darüber. Er lässt sich noch einmal dazu herab mit dem Joker selbst zu reden. Aber er ist da. Die ganze Zeit. Bis hin zum großen Finale, in dem Scarecrow Batman zwingt sich öffentlich demaskieren zu lassen. Aber das ist gar nicht das Finale des Spiels. Das Finale ist, das Batman in seinem eigenen Kopf gegen den Joker kämpft. Scarecrow wird in einem Nebensatz erledigt, in seiner Szene die Asylum bereits besser gemacht hat.

Die Arkham-Serie ist nicht die einzige Version des Batman-Mythos in dem der Joker über-repräsentiert ist. Erst kürzlich wurde im Rahmen des „es ist kein Reboot“-Reboot Rebirth enthüllt, dass es nicht nur einen Joker gibt, sondern drei. Aber bei Arkham ärgert es mich am meisten, denn obwohl wirklich fast jeder wichtige Batman-Schurke mal zum Zug kommt, sind sie alle nur Nebensätze im ewigen Kampf zwischen Clown und Fledermaus. Es ist auch nicht so, als wäre der Joker der einzige „Gegenstück-Schurke“ zu Batman, die Schurkengallerie zeichnet sich dadurch aus, dass jeder auf seine Weise ein dunkles Spiegelbild ist. Two-Face hat das Vertrauen in die Gerechtigkeit verloren, Hush stammt aus den selben Verhältnissen, der Riddler ist (theoretisch) unheimlich intelligent. Aber aus irgendeinem Grund landen wir immer beim Joker.

Ich hoffe wirklich, dass Telltales Batman nicht auch in dieses Loch fällt und den Joker dramatisch als Endboss in Episode 5 enthüllt. Und, dass Ben Affleck in seinem Solo-Film einen besseren Bösewicht bekommt als Jared Leto. Denn Batman muss nicht der langweilige Charakter in seinen eigenen Geschichten sein. Er funktioniert auch ohne Joker. Lasst es ihn bitte öfters zeigen.

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Ein Gedanke zu “„Zu viel Joker“ #BatmanWoche Gastbeitrag: DerGreenNinja

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