„Batman Begins“ #BatmanWoche Gastbeitrag: Luziferian

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Hat der bei seiner BatmanWoche wirklich die Nolan Trilogie vergessen? Nö, das habe ich natürlich nicht und mein Gast Luziferian auch nicht. Also hat er sofort den Film Batman Begins ausgegraben und erzählt euch nun was er von ihm hällt. Seinen Blog sollte man sich natürlich auch mal ansehen. Ich gebe das Wort dann ab jetzt weiter. Viel Spaß mit dem Beitrag von Luziferian.

Vorwort

Kaum hatte ich von der Idee einer Batman-Themenwoche gelesen, wurde ich auch schon direkt gefragt ob ich nicht Lust hätte einen Artikel beizusteuern. Natürlich habe ich! Aber was soll ich schreiben? An dieser Stelle muss ich zuerst einmal outen: Ich bin absolut kein Fan von klassischen Comichelden. Auch die ganzen Superheldenfilme der letzten Jahre finde ich alle eher schlecht als recht. Man darf mich also ruhig als Skeptiker bezeichnen. Mit dieser Position kann ich die Themenwoche hoffentlich um eine Facette erweitern.

Da ich keinen einzigen der klassischen Comics gelesen habe, möge man mir nachsehen, dass mein Urteil nicht sonderlich fundiert ist, aber mit den glattgebügelten Figuren wie beispielsweise Superman bei DC oder etwa Thor und Captain America bei Marvel kann ich einfach nichts anfangen. Grade in der regelrechten Flut an entsprechenden Filmen in den letzten Jahren habe ich mich besonders an den zuvor genannten oder ähnlichen Figuren gestört. Sie sind absolut langweilig, belanglos und haben mir ein viel zu gutes Saubermann-Image. Dann gibt es da noch Kollegen wie Iron Man. Wohl nicht zuletzt durch Robert Downey Juniors coole Interpretation steht der Charakter sehr hoch in der Gunst der Fans. Der ist auch schon eher mein Fall. Ein normaler, etwas zynischer – okay, stink reicher und cleverer – Typ, mit jeder Menge technischem Spielzeug. Der erste Iron Man Film war super als Originstory, auch wenn mir das Finale überhaupt nicht gefiel. Und dann war da Batman in der Interpretation von Christopher Nolan. Um zu ergründen warum mir seine Dark Knight-Trilogie im Gegensatz zu den anderen Comicverfilmungen der letzten Zeit sehr gut gefällt, habe ich heute Abend ins Blu-Ray Regal gegriffen und den Erstling Batman Begins eingelegt.

Handlung

Nachdem Bruce Wayne bei einem Raubüberfall als Kind seine Eltern verlor und sich seitdem die Schuld an ihrem Tod gibt hat er als Erwachsener seinen Weg im Leben noch nicht gefunden. Auf der Suche nach Rache und Gerechtigkeit begibt er sich in die Unterwelt um kriminelle Denkweisen zu ergründen. Während eines Gefängnisaufenthaltes unterbreitet ihm ein mysteriöser Mann das Angebot ihn auf einen Weg der Gerechtigkeit zu führen, ihn das Kämpfen zu Lehren und ihm seine Ängste zu nehmen. Als er am Ende seiner Ausbildung in die Gesellschaft der Schatten aufgenommen werden soll, muss Wayne im Rahmen seiner letzten Prüfung einen Bauern mit einem Schwert der Gerechtigkeit zuführen, weigert sich jedoch den Mann zu töten. Er erkämpft sich die Flucht und begibt sich in seine Heimatstadt Gotham um der Korruption und dem organisierten Verbrechen den Kampf anzusagen. Unterstützung erhält er hierbei von seinem Buttler Alfred, seinem „technischen Ausstatter“ Lucius Fox und dem Polizisten Gorden. Die grassierende Korruption und die vielen Verbrechen sind jedoch nicht Gothams einzige Probleme. Der Mysteriöse Psychiater Crane erklärt Verbrecher reihenweise für unzurechnungsfähig und testet an ihnen dieselben psychoaktiven Substanzen, die Bruce Wayne in seiner Zeit bei der Gesellschaft der Schatten kennengelernt hat…

Kurzreview

Beginnen wir einmal mit der Handlung. Die Geschichte kann man durchaus als einigermaßen komplex bezeichnen. Zudem ist sie spannend und straff erzählt aber versteht es dabei trotzdem ihrem ambivalenten Hauptcharakter genügend Raum zuzugestehen. Christopher Nolan ist nicht umsonst dafür bekannt tiefergehende Geschichten zu erzählen, die sich im Gewande eines Thrillers oder Actionfilms präsentieren. Aber wo hingegen bei vielen Superheldenfilmen alles in bloßer Zerstörungswut und mitunter Gigantomanie untergeht, ist die Action im Batman Erstling etwas bodenständiger und für meinen Geschmack besser dosiert. Auf ordentliche Nahkampfgefechte, die eine oder andere auch mal größere Explosion oder Verfolgungsjagd muss man trotzdem nicht verzichten. Was im Nachfolger The Dark Knight noch mehr zu Tage tritt ist hier schon deutlich zu erkennen: Nolan zeichnet die Welt nicht schwarzweiß. Klar, die Verbrecher und Korrupten sind die Bösen und Batman der Gute, aber eine weiße Weste hat Wayne auf keinen Fall. So sinnt er auf Rache, lässt persönliche Gefühle einfließen oder vergisst auch mal für einen Moment seine Ideale. In kurzen Szenen wird auch immer wieder die Beziehung von Batman und seinem Buttler und väterlichen Freund Alfred charakterisiert. Diese vertrauten Szenen verleihen dem düsteren Film etwas Wärme und bringen etwas mit ein. In diesen Momenten der Zweisamkeit zeigt Altmeister Michael Caine was man mit subtilem Minenspiel alles kann. Aber auch Morgen Freeman sorgt mit seinen kurzen Auftritten für etwas Auflockerung.

Das Bild von Gotham fällt schön dreckig und düster aus. Dazu trägt natürlich bei, dass Batman nur nachts auf Verbrecherjagd geht, wenn die Straßen vom unangenehmen Licht der Laternen beleuchtet sind, Dämpfe aus den Abflussdeckenl steigen oder es in Strömen schüttet. Die Bilder und die nächtliche Atmosphäre erinnern mich ein wenig an David Fincher Filme wie Se7en oder Fight Club. Aber auch die anderen Sets wie Wayne Manor oder die Festung der Gesellschaft der Schatten machen einiges her. Das alles ist gekonnt in schönen Bildern eingefangen, die Größenteils dem Storytelling dienlich sind. Viele der Kamerabewegungen sind motiviert und nicht nur da, weil sie cool sind. Wo wir grade beim Storytelling waren: Natürlich gibt es auch hier, wie in eigentlich jedem Film, ein paar Logiklöcher oder zumindest verdammt große Zufälle um es nicht „reine Willkür“ zu nennen. Wieso sollten die angelockten Fledermäuse durch Fensterscheiben fliegen? Wie findet Batman beim Gleiten durch die Narrows den Weg durch den dichten Dampf und fliegt nirgendwo gegen? Sowas eben.  Abschließend noch ein Satz zum Soundtrack, der aus der Feder von Nolans Stammkomponist Hans Zimmer und James Newton Howard stammt. Die Filmmusik ist sehr Stimmig und passt in alles Szenen perfekt, hat aber meiner Meinung nach eher keinen großen Wiedererkennungswert und sticht nicht nennenswert heraus.

Persönliches Fazit

Das Christopher Nolan einer der großen Regisseure des noch relativ jungen Jahrhunderts ist zeigt er, indem er bei einem Genre und Setting, dass mir persönlich eigentlich gar nicht liegt, eine Trilogie geschaffen hat, die auch mich überzeugt. Der Film ist spannend und facettenreich mit handwerklichem Geschick inszeniert. Die ganzen Marvelfilme oder neuen DC-Verfilmungen sind mir filmisch meistens zu langweilig und vom Gehalt her zu seicht. Die Auslegung von Batman fast schon als Antiheld oder wohl eher als sehr ambivalenter Charakter, die düstere Stimmung und die komplexere Handlung machen den Film auch für Comic-Helden-Skeptiker wie mich zu guter Kinounterhaltung. Die Filme haben bei mir dazu beigetragen, das ich inzwischen zumindest in Erwägung ziehe mal den einen oder anderen Batman Klassiker anzulesen. Batman war für mich allerdings auch schon immer einer der interessanteren Helden, da er über keine Superkräfte verfügt und alles, je nach Comic, auch mal düsterer zugeht.

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2 Gedanken zu “„Batman Begins“ #BatmanWoche Gastbeitrag: Luziferian

  1. Luziferian

    Hat dies auf Luziferians Medienecke rebloggt und kommentierte:
    Als ich gefragt wurde ob ich nicht Lust hätte im Rahmen der #BatmanWoche einen passenden Gastbeitrag zu verfassen habe ich natürlich sofort ohne zu zögern zugesagt! Den fertigen Beitrag zu Chrisopher Nolans „Batman Begins“ gibts ab sofort drüben bei Reumeiers dies und das 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Übersicht über die #BatmanWoche – reumeiers dies und das

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